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Monographien
Ackerschachtelhalm - Equisetum arvense L.
erstellt von Evelin Habicher

Volksnamen:
Zinnkraut,
Schachtelhalm, Katzenschwanz, Scheuerkraut, Kuhtod, Zinnheu, Hollpiepen,
Bandwisch
Familie:
Schachtelhalmgewächs
(Equisetaceae)
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
Kraut
Drogenbezeichnung:
Equiseti herba
Hauptinhaltsstoffe:
10% Mineralien
(Kalium, Kalzium, Eisen, Mangan, Magnesium) davon 2/3 Kieselsäure,
Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine
Wirkung:
schwach harntreibend,
nierenanregend durch den hohen Gehalt an Kalium,
hautstoffwechselanregend, bindegewebsfestigend, zusammenziehend,
wundheilungsfördernd, blutstillend, kräftigend, schleimlösend
Nebenwirkungen:
Nicht bekannt
Gegenanzeigen:
Anwendung:
-
Innerlich:
(Tee, Presssaft, Fertigpräparate)
-
Posttraumatisches und statisches Ödem (Wassereinlagerung ins
Gewebe nach Unfall bzw. längerem Stehen)
-
Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen
der ableitenden Harnwege
-
Nierengrieß
-
Gicht
-
Rheumatische Erkrankungen
-
Begleitend bei:
-
Chronischen
Lungenerkrankungen, chronischer Husten
-
Osteoporose
-
Krampfadern
-
Immunschwäche (regt die Bildung von weißen Blutkörperchen an
und stärkt damit die Abwehr)
-
Blutreinigungsmittel bei Frühjahrs- und Herbstkuren
-
Brüchige Fingernägel und Haare
-
Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund und Rachen
-
Blutstillung bei Nasenbluten
-
Äußerlich:
(Wickel und Kompressen, Teilbäder, Salbe)
-
Chronische Ekzeme
-
Neurodermitis
-
Durchblutungsstörungen oder Frostbeulen
-
Schlecht heilende Wunden und Ulcus cruris
-
Unterstützt den Heilungsprozess nach Knochenbrüchen
-
Schleimbeutelentzündung
-
Harnwegsinfekt (Sitzbad)
-
Schweißfüße (Fußbad)
Zubereitung und
Dosierung:
1 EL Droge in 150 ml kaltes Wasser geben, 30 Minuten kochen,
nach 20-30 Minuten abseihen, 3-4x täglich 1 Tasse trinken
10 g Kraut auf 1 l
Wasser über Nacht ziehen lassen und dann 30 Minuten köcheln lassen,
abseihen und für Waschungen oder Wickel anwenden.
siehe:
Heiße Wickel - feucht-heiße Kompresse
Tagesdosis: 6 g Kraut
Kommission E:
Innerlich:
posttraumatisches und statisches Ödem (Wassereinlagerung ins Gewebe nach
Unfall bzw. längerem Stehen), Durchspülungstherapie bei bakteriellen und
entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Nierengrieß.
Äußerlich:
Unterstützende Behandlung bei schlecht heilenden Wunden.
Bewährte Rezepturen:
Hautcreme nach Ursel
Bühring:
20 g
Ackerschachtelhalm in 150 ml Wasser 30 Minuten köcheln, danach abgießen.
Gleichzeitig 100 g Cremegrundlage (Eucerin anhydricum) im Wasserbad
schmelzen und 80 ml des noch heißen Tees einrühren, anschließend 20 ml
Johanniskrautöl einrühren. In Salbendöschen füllen und 20 gtt Lavendelöl
einrühren. Die Creme pflegt trockene Haut, gespaltene Haarspitzen und
brüchige Nägel. Am besten gleichzeitig den Tee trinken.
Mythologie /
Geschichte:
Bereits vor 400 Millionen Jahren gab es Schachtelhalmbäume,
die eine Größe von 30 Metern erreichten. In der Antike war er als
harntreibendes und blutstillendes Mittel bekannt.
Botanischer Steckbrief:
In unserer Gegend gibt es 9 verschiedene Arten, verwendet
wird nur Equisetum arvense L.
Standort:
nördliche Halbkugel (Europa, Nordasien, Nordafrika, Nordamerika) auf
Wiesen, Äckern, Wegrand und Bahndämmen.
Pflanzenbeschreibung:
ausdauernder, schwarzer, schnurartiger Wurzelstock, etwas 30-50 cm tief.
Frühjahrstriebe sind bleich, walzenförmig, bleistiftdick und ohne
Blätter mit vielen Knoten. Vor Sommerbeginn, wenn der braun gewordene
Frühjahrstrieb abgestorben ist, erscheint 30-50 cm hohe, unfruchtbare,
tannenwedelartige, rau gefurchte Sommertrieb mit quirlständigen,
kranzartig, in Etagen ausgebreiteten, fadenförmigen Blättern, nach oben
hin abnehmend.
Sporenreife:
März bis April.
Ernte:
Mai bis Juli das obere Drittel der Sprossen (nur grüne Teile verwenden,
braun gefleckte aussortieren, Herbstpflanzen sind minderwertig)
Sonstiges:
Die
Kieselsäurestruktur wirkt wie feines Schleifpapier, man kann damit
Zinngeschirr, Aluminium und Kupfer polieren.
Der Aufbau des
Stängels diente als Vorlage der Fisher-Price Spielzeuge. Die Segmente
lassen sich auseinander nehmen und zusammen stecken.
Arnika - Arnica montana
erstellt von Monika Halter
Volksnamen:
Fallkraut, Bruchkraut, Bergdotterblume,
Bergwohlverleih, , Blutblumen,
Bergwurzelblumen, Engelkraut, Gemswurz, Johannisblume, Mönchskappe,
Wolfsblume, Wundkraut, Mitterwurz, Christwurz, Mittelwurz, Gamsblumen,
Donnerblume
Familie:
Asteraceae - Korbblütler
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
getrockneten Blütenstände
Drogenbezeichnung:
Arnicae flos
Hauptinhaltsstoffe:
Kieselsäure, Gerbsäure, Kalisalze, Harze
kampferartige Stoffe, Zahlreiche ätherische Öle, Sequiterpenlactone, Flavanoide, Cumarine,
Helenalin, Kaffeesäurederivate,
Bitterstoffe
Wirkung:
Antibakteriell, blutreinigend,
entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend,
schweißtreibend.
Das Haupeinsatzgebiet der Arnika ist
meist äußerlich in Form von verdünnten Tinkturen. Die Arnika ist eine
stark wirkende Heilpflanze, die eine gewisse Reizwirkung ausübt.
Mit dem fast schon
starren Aufbau des grünen Sprosses bis in den Hüllkelch hinauf, der
durch den Wind oft zerzaust wirkenden Blüte und dem aromatischen Duft
verbindet diese Pflanze Kieselkräfte und Auflösende Wärme- Kräfte und
bringt sie ins Gleichgewicht.
Sie wirkt gleichsam
gestaltend als auch
durchwärmend -
entkrampfend. Sie löst Verfestigtes wieder auf und bringt zu viel
Stoffwechseltätigkeit bei einem entzündlichem Prozess wieder in Form.
Durch ihre starke Vitalität, wirkt sie bis ins Nervensystem hinein
aufbauend, regulierend bei Durchblutungsstörungen des Herzens und
Gehirns.
Nebenwirkungen:
Arnikablüten lösen
relativ häufig Allergien (Hautausschlag, Juckreiz). Nie die
Tinktur unverdünnt anwenden, das kann dann auch ohne Allergie Ekzeme
hervorrufen.
Bei innerlicher
Anwendung sind Vergiftungen mit starker Schleimhautreizung und
Herzmuskellähmung möglich.
Gegenanzeigen:
Anwendung:
Verwendung in der
Volksheilkunde:
-
Äußerlich
-
Herzmuskelentzündungen
-
Arteriosklerose
-
Gebärmutterblutungen
-
Angina pectoris
Anwendungsbeschränkungen:
Zubereitungen
aus Arnika dürfen nicht innerlich eingenommen werden
Zubereitung und
Dosierung:
siehe:
Sonstige Wickel - Kompressen mit Alkohol und Essenzen
Kommission E:
Mythologie /
Geschichte:
Mythologie: Im
18.Jahrh. bekam die
Arnika den Ehrentitel „Panacea lapsorum„ Allheilmittel.
Der deutsche Name
„Bergwohlverleih“, deutet auf ihre große Heilkraft hin. Sie wächst
ausschließlich auf kieselhaltigen, nährstoffarmen sauren Moor- und
Waldwiesen, Weiden und in heideartigen Gegenden. Arnica montana steht
auf der roten Liste gefährdeter Arten und somit unter Naturschutz und
darf nicht gesammelt werden. Arnika enthält das giftige Helenalin in
allen Pflanzenteilen und darf deshalb in Eigenmedikation nicht innerlich
angewendet werden.
Den antiken Schriftstellern war Arnika
als Heilpflanze nicht bekannt. Hildegard von Bingen erwähnte sie
erstmals unter dem wohlbekannten Namen „Wolfsgelegena „. Erst Ende des
Mittelalters war sie eine bekannte Wundheilpflanze.
Johann Wolfgang von Goethe soll sein
flatterndes Herz mit Arnikatropfen beruhigt haben.
Arnika wurde als Arzneipflanze des
Jahres 2001 gewählt.
Botanischer Steckbrief:
Arnika ist
eine mehrjährige krautige Staude die 20-60 cm hoch wird.
Die Blätter
sind grundständig und rosettenförmig .
Die
Arnika ist eine Gebirgspflanze. Vom Wind zerzaust leuchten ihre
dottergelben Blütenblätter. Die Arnikapflanze überwintert in einem
fingerdicken unterirdischen Wurzelstock, welcher jährlich an dem
vorderen Ende eine neue Rosette treibt. Der hintere Teil stirbt nach
einem Jahr ab.
Blütezeit von Juni – August .
-
Praxis –Lehrbuch der modernen
Heilpflanzenkunde Ursel Bühring,
Sonntag-Verlag-Stuttgart
-
http/:de Wikipedia
-
-
Grüne Apotheke GU Dr.Jörg Grünwald
/Christof Jänicke

Volksnamen:
Ingber, Imber,
Immerwurzel, Ingwerwurzel
Familie:
Ingwergewächse -
Zingiberaceae
Verwendete Pflanzenteile:
Geschälte frische
oder getrocknete Wurzelstock
Brechreizlindernd, verdauungsfördernd,
appetitanregend, erwärmend, keimhemmend, blähungswidrig, cholagog,
tonussteigernd und peristaltikanregung auf den Darm
Literaturhinweise:
Kamille
(Matricaria recutia L.,
Matrica camomilla)
erstellt von Monika Halter

Volksnamen:
Mutterkraut, Mägdeblümle,
Kummerblume, Apfelkraut
Familie:
Asteraceae - Korblütler
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
Frische oder
getrocknete Blütenköpfchen, in anthroposophischen
Arzneimitteln werden auch getrocknete Wurzeln eingesetzt.
Drogenbezeichnung:
Kamillenblüten - Matricariae flos,
Kamillenöl - Chamomillae aetheroleum
Hauptinhaltsstoffe:
ätherisches Öl (0,2-0,8 %) mit
Camazulen und alpha–Bisabolol, Flavonoide, Cumarine und bis
zu 10% Schleimstoffe
Heilwirkungen:
Krampflösend,
ulkusprotektiv, blähungshemmend, reizmildernd, sedativ,
desodorierend, immunstimulierend
wund heilend ,
entzündungshemmend. granulationsfördernd, antibiotisch (Strepto-
Staphyllokokken), bindet Bakteriengifte, antimykotisch (Begleitung bei Darmcandita)
Nebenwirkungen:
Kontaktallergie auf Anthecotulid,
selten allergische Reaktionen (Haut, Asthma, Schnupfen) dies eher
bei der römischen Kamille = Anthemis nobilis, Hundskamille =
Anthemis arvensis
Gegenanzeigen:
bekannte Korblütlerallergie,
Beachte: Überdosierung Auslöser von Schwindel, nervöser
Unruhe, Bindehautentzündung
Anwendung:
-
Innerlich
-
Äußerlich
-
Haut- Schleimhautentzündungen -
Spülungen, Bäder, Kompressen, Inhalationen
-
Schlecht heilende Wunden -
Spülungen, Kompressen
-
Hautinfektionen - Spülungen,
Kompressen
-
Hämorrhoiden - Sitzbäder
-
Analfissuren - Sitzbäder
-
Erkrankungen im Genitalbereich
- Sitzbäder, Spülungen
-
Zahnschmerzen - Spülungen,
Gurgellösung
-
Menstruationskrämpfe -
feucht-heiße Dampfkompresse, feucht-heiße Kompresse
-
Bauchschmerzen durch Blähungen,
Verdauungsstörungen, Durchfall - feucht-heiße Dampfkompresse,
feucht-heiße Kompresse
-
Nervosität, Unruhe,
Schlafstörungen -
feucht-heiße Dampfkompresse, feucht-heiße Kompresse
Zubereitung und Dosierung:
1 TL pro Tasse (1,5 g Droge) mit
heißem Wasser übergießen, zudecken und nach 3 Min abseihen, 2-3
Wochen 1-2 x tgl 1 Tasse trinken.
Umschläge und Spülungen
1-2 TL (2-3 g ) Kamillenblüten
mit 150 ml heißem Wasser übergießen abdecken und nach 5-10 Min
filtrieren 3-10% ige Aufgüsse
Badezusatz
50 g Droge auf 10 l Wasser
Rollkur
2 Tassen 2-3fach starken
Kamillentee (5 EL Kamillenblüten mit 1 l heißem Wasser überbrühen,
nach 5 Min abgießen und mit 10 ml Kamillentinktur verstärken
. Früh nüchtern noch im Bett trinken und jeweils 5 Min auf
den Rücken dann auf die linke Seite und dann auf den Bauch und
dann auf die rechte Seite (Magenausgang) rollen, so dass die
gesamte Magenschleimhaut benetzt wird. Danach warmen Leibwickel
nachmittags und vor dem Schlafengehen noch mal den Tee trinken.
Nachruhe einhalten. Dies 8-10 Tage hintereinander.
Die Kombination von Tee mit
Tinktur hat sich bewährt, um den Gesamtkomplex der
Kamillenwirkstoffe zu erhalten. Im Tee sind Flavonoide und
Schleimstoffe nahezu vollständig gelöst, aber nur ca. 15% der
ätherischen Öle. In alkoholischen Extrakten dagegen sind die
ätherischen Öle und Flavonoide enthalten, nicht aber die
Schleimstoffe.
Tagesdosis: 9-15 g Droge
Darreichungsformen:
Fertigpräparate, Kamillentee (Blüten), Kamillenextrakt, Tinktur,
Kräuterkissen
Kommission E:
Äußere Anwendung: Haut-
Schleimhautentzündungen, bakterielle Hauterkrankungen
einschließlich Mundhöhle und des Zahnfleisches
Inhalationen: entzündliche
Erkrankungen und Reizzustände der Luftwege
Bäder und Spülungen:
Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich
Innere Anwendung:
gastrointestinale Spasmen, entzündliche Erkrankungen des
Gastrointestinaltraktes
Botanischer
Steckbrief:
Die echte Kamille ist ein 20-40
cm hohes Kraut mit aufrechten Stängeln, die oben kahl und ästig
sind. Die Blätter sind zwei-dreifach gefiedert und haben ganz
schmale in eine Stachelspitze auslaufende Zipfel. Die Blütenköpfe
sind endständig und haben die charakteristischen 15 weißen
Zungenblüten mit gelber Mitte .Kamillen duften süßlich, blumig-
leicht und ihr Geschmack ist rund und weich.
Sonstiges:
Pflanze der Mütter so könnte man
die botanische Pflanze übersetzen, Matricaria ist abgeleitet von
Mater: Mutter bzw. Matrix = Gebärmutter.
Meerrettich - Armoracia
rusticana
erstellt von Evelin
Habicher

Volksnamen:
Kren, Pferderade,
Rachenputzer, Bauernsenf
Familie:
Kreuzblütler (Brassiaceae)
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
Wurzel
Drogenbezeichnung:
Armoraciae rusticanae
radix
Hauptinhaltsstoffe:
Schwefelhaltige
ätherische Senföle, Rhodanverbindungen, Kalium, Kalzium, reichlich
Vitamin C
Wirkung:
antimikrobiell, antiviral, fungistatisch, abwehrsteigernd,
appetitanregend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend,
schleimlösend
durchblutungssteigernd, schmerzlindernd
Nebenwirkungen:
Magenbeschwerden,
Schleimhautreizung oder Senfölallergie, Hautreizungen möglich
Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei
Magen- und Darmgeschwüren, Nierenentzündung, Kinder unter 4 Jahren
Anwendung:
-
Innerlich:
(frisch geriebener Meerrettich, Fertigpräparate - Angocin®,
Sirup, Frischpflanzenpresssaft)
-
Erkältungskrankheiten
-
Infektionen der
ableitenden Harnwege
-
Unterstützung der
Verdauung
-
Unterstützung des
Immunsystems
-
Äußerlich:
(Kompressen, Tinktur)
-
Muskelschmerzen,
Neuralgien
-
Blasenentzündungen
-
Schnupfen
-
Nasennebenhöhlenentzündungen
-
Stirnhöhlenentzündungen
-
Kopfschmerzen,
Migräne
Zubereitung und
Dosierung:
Tagesdosis:
20 g pro Tag
Kommission E:
Innerlich:
Katarrhe der Luftwege, begleitend bei
Infektionen der ableitenden Harnwege
Äußerlich:
Katarrhe der Luftwege,
durchblutungsfördernde Behandlung bei Muskelschmerzen
Bewährte Rezepturen:
Meerrettich-Hustensaft nach Ursel Bühring
Ein Stückchen Wurzel
grob raspeln, die doppelte Menge Honig zugeben, über Nacht ziehen lassen
und durch ein feines Tuch gießen. 3x täglich ½ - 1 TL bei Husten
einnehmen, maximal 7 Tage lang.
Mythologie /
Geschichte:
Der Genuss von Kren soll an das bittere Leiden Christi
erinnern, deshalb wird er am ersten Osterfeiertag in manchen Gegenden
kirchlich gesegnet und gehört zum Osterfrühstück. In Oberösterreich
hängt man fiebernden Kindern Krenscheiben an einer Kette um den Hals.
Bekam der Meerrettich ein weißes Blatt, sollte das auf einen Todesfall
in der Familie hindeuten.
Botanischer Steckbrief:
Standort:
Südeuropa und Mitteleuropa, USA in Gärten und Großkulturen.
Mittelschwerer, humoser, tiefgründiger feucht-sandiger Lehmboden.
Pflanzenbeschreibung:
Die ausdauernde Wurzel ist mehrköpfig, walzen- oder rübenförmig und sehr
lang. Blätter länglich gekerbt, Blüten weiß, Früchte schötchenförmig.
Blütezeit Juni bis August
Ernte:
September bis Februar
Wildkräuterküche:
Blüten – essbar, als Dekoration auf verschiedenen Speisen
Wurzel -
Beigabe zu Fleisch, Salat mit Sauerrahm
Achtung: nicht in die Augen oder auf Schleimhäute bringen!
Pfefferminze
- Mentha x piperita
erstellt von Evelin Habicher

Volksnamen:
Ackerminze, Edelminze, Katzenkraut, Teeminze
Familie:
Laminaceae
- Lippenblütler
Arzneilich
verwendete Pflanzenteile:
Blätter (Mentha piperita folium), Öl (Oleum
Menthae piperitae)
Drogenbezeichnung:
Blätter - Menthae piperitae folium,
ätherisches Öl - Menthae aethereoleum
Hauptinhaltsstoffe:
bis 4 % ätherisches Öl (mit 35–50 %
Menthol), Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe
Heilwirkungen: (Stumpf, „Von Magie bis Phytotherapie“, S34)
spasmolytisch (durch direkte
Wirkung auf die glatte Muskulatur), brechreizlindernd, verdauungsfördernd
, gärungswidrig, galletreibend, karminativ, sekretolytisch am
Bronchialsekret, antiseptisch, kühlend auf der Haut, örtlich betäubend
Wirkung auf die Psyche: (Stumpf, „Von Magie bis
Phytotherapie“, S35)
gibt Selbstvertrauen, Mut und
Schutz, hilft bei der
Auseinandersetzung mit der eigenen Wut, beseitigt überholte
Gedankenmuster, erfrischt und belebt, fördert die Konzentration und
Gedächtnis
Nebenwirkungen: Magenreizung bei zu langer Anwendung
Gegenanzeigen:
-
Blätter: bei
Gallensteinleiden nur nach ärztlicher Rücksprache
-
Öl: nicht bei
Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündungen oder schweren
Leberschäden
Anwendung:
-
Innerlich:
-
Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen,
Blähungen
-
Mund- und Zahnpflegemittel
-
Schmerzen bei Gallensteinen
-
Geruchs- und Geschmackskorrigens
-
Äußerlich:
-
Kopfschmerzen und Migräne -
Einreibung mit ätherischem Pfefferminzöl
auf die Schläfen und Stirn oder ein
frisches Blatt auflegen
-
Juckreiz, Schmerz -
Einreibungen mit pfefferminzhaltigen
Salben – Menthol ruft auf der Haut ein
Kältegefühl hervor und lindert dadurch die Schmerzempfindlichkeit
-
Schnupfen -
Inhalationen mit Tee oder 1gtt
ätherischem Pfefferminzöl
auf
einem
Taschentuch
-
Fiebersenkende Waschungen
-
Tee
Zubereitung und Dosierung:
1 bis 2 TL (1 bis 2 g)
getrocknete Blätter mit 1 Tasse heißem, nicht mehr kochendem Wasser
übergießen und 10 Min. bedeckt ziehen lassen. Die Kondenstropfen vom
Deckel in den Tee abstreifen. 3 bis 4-mal täglich 1 Tasse trinken, 2-
bis max. 6 Wochen lang.
Tagesdosis: 3 bis 6 g Blätter
Kommission E:
-
Blätter:
Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und Gallenblase und
Gallenwege
-
Öl: Husten und
Erkältungen, Muskel- und Nervenschmerzen
Hinweis:
Pfefferminztee sollte kein Dauerteegetränk sein! Menthol stimuliert
die Bildung von Magensäure und kann auf die Dauer zu Magenschmerzen
führen. Als Ersatz kann die Krause Minze getrunken werden, die weniger
scharf ist und anstelle von Menthol Carvon enthält.
Bewährte Rezepturen:
Tee
gegen Reiseübelkeit: (Bühring, „Alles über
Heilpflanzen“, S202)
Je
ein TL Pfefferminze, Ingwerwurzel, Rosmarin- und Melissenblätter mit 1
l heißem Wasser übergießen, 7 Min ziehen lassen, abgießen und in eine
Thermosflasche füllen. Vor Fahrtantritt 1-2 Tassen trinken, den Rest
während der Fahrt.
Mythologie / Geschichte:
Als Pluto, der
Herrscher Unterwelt, die hübsche Nymphe Minthe liebte und seine Frau
Persephone dies heimliche Liebe entdeckte und auf Rache sann, rettete
Pluto die Nymphe, indem er sie in ein aromatisches Kraut verwandelte.
Persephone aber zerriss es in wahnsinniger Eifersucht in 1000 Stücke,
und so entstanden die verschiedenen Minzen. (Bühring,
„Alles über Heilpflanzen“, S200)
Botanischer Steckbrief:
Die
Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Mentha aquatica und Mentha spicata.
Standort: Kulturpflanze, sie kommt nicht wild vor.
Pflanzenbeschreibung: Ausdauernde bis
80cm hohe Pflanze. Stängel meist im oberen teil verzweigt, vierkantig.
Blätter gegenständig gestielt, länglich-eiförmig, am Rand gesägt,
schwach glänzend, gelegentlich rötlich angehaucht. Blüten quirlig in
den Achseln der oberen Blätter, blasslila. Blütezeit: Juli bis
September. Vermehrung durch Ausläufer.
Ernte: kurz vor der Blüte, Blätter zum Trockenen vom Stängel
entfernen.
Wildkräuterküche:
Pfefferminze wird als Gewürz
für Salate, Gemüse, Topfen (Quark), Saucen
und Chutneys verwendet. Sie schmeckt auch
sehr gut in Erfrischungsgetränken.
Sonstiges:
Auch die alten Römer
kannten die Wirkung der Pfefferminze: Wein galt als Göttertrunk und
durfte nur von Männern genossen werden – bei Missbrauch wartete sogar
die Todesstrafe! Die klugen Damen mischten sich eine Paste aus Honig
und frischen Minzen, die den Alkoholgeruch mühelos überdeckte!
Neues Wissen: ((Bühring, „Alles über
Heilpflanzen“, S203)
Eine
Studie der Kieler Universitätsklinik für Neurologie belegt in einem
direkten Vergleich, dass 10%-iges Minzöl und Paracetamol gleich
wirksam sind. Aber bei dem auf der Stirn und Schläfen aufgetragenen
Minzöl sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Schafgarbe – Achillea millefolium
erstellt von Elke
Heilmann-Wagner

Volksnamen:
Balsamgarbe, Blutkraut,
Fasankraut, Feldgarbe, Frauendrank, Teekraut, Heil aller Schäden,
Rippenkraut, Gotteshand, Blutstillkraut; Zimmermannskraut,
Bauchwehkraut
Familie:
Asteraceae - Korbblütler
Arzneilich
verwendete Pflanzenteile:
Kraut und Blüte
Drogenbezeichnung:
Schafgarbenkraut - Millefolii
herba, Schafgarbenblüte - Millefolii flos
Hauptinhaltsstoffe:
Ätherische Öle (bis 1% Blauöl)
mit Proazulen – höchster Gehalt in den Blüten, mit Cineol, Pinen,
Kampfer, Eugenol, Thujon, Caryophyllen, Limonen, Sesquiterpenen,
und Chamazulen; Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide und Kieselsäure
Heilwirkungen:
Appetit- und gallefördernd, mild
abführend, trägt zur Entgiftung bei, tonisierend, krampflösend,
blähungs- und entzündungshemmend, wundheilungsfördernd,
keimhemmend, blutstillend, entzündungshemmend, mildes Venenmittel
– stärkt die Venenwände und fördert den venösen Rückfluss,
beruhigt die Herzfrequenz, steigert die Herzleistung, versorgt den
Herzmuskel mit mehr Sauerstoff
Nebenwirkung:
Bei äußerlicher Anwendung selten
Kontaktallergie möglich.
Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei
Überempfindlichkeit gegen Schafgarbe oder andere Korbblütler.
Anwendungen:
-
Innerlich
-
Verdauungsstörungen (Magen,
Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse)
-
Appetitlosigkeit
-
Blähungen
-
entzündliche, krampfhafte,
schmerzende Schleimhauterkrankungen
-
schmerzhafte Menstruation (Dysmenorrhoe)
Schafgarbe ist das Frauenkraut –
Stärkt die Mitte, mildert Extreme.
„Schafgarb im Leib tut wohl jedem
Weib“.
Zubereitung und Dosierung:
1 EL Droge mit 1 Tasse
kochendem Wasser überbrühen, zugedeckt 7-10 Min ziehen lassen,
abgießen. 2x tgl. 1 Tasse trinken
Umschläge,
Kompressen und Teilbäder, Sitzbad
100g Kraut bzw. 50g Blüten auf
1-2 l heißes Wasser 20 Min bedeckt ziehen lassen.
Tagesdosis:
4,5 g Droge
Darreichungsformen:
Tee, Tinktur, Fertigpräparate,
Frischpflanzenpresssaft, Arzneiwein, Wildgemüse,
Schafgarbenleberwickel (6 EL mit ½ l heißen Wasser überbrühen, 10
Min. ziehen lassen dann noch mal 1 l heißes Wasser dazugießen und
Wickel zubereiten) – der Leberwickel sorgt für eine bessere
Entgiftungsleistung der Leber.
Kommission E:
Innerlich:
Appetitlosigkeit,
dyspeptische Beschwerden (Verdauungsbeschwerden) wie leicht,
krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
Äußerlich: Sitzbäder bei
Pelvipathia vegetativa (schmerzhafte Krampfzustände
psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau)
Bewährte Rezepturen:
Tee gegen Menstruationskrämpfe
(Aufguss von Ursel Bühring)
Je 20g Schafgarbe, Frauenmantel
und Gänse-Fingerkraut, Kamilleblüten und Melissenblätter. 7 Min
ziehen lassen, 3 x tgl. 1 Tasse trinken, 2 Tage vor der
erwartenden Menstruation bis 1 Woche nach Beginn; bis zur nächsten
Periode pausieren.
Gewürzt mit 1 Scheibe Ingwer
wirkt dieser Tee noch intensiver. 1-3 Wochen lang 1x tgl. 1 Tasse
trinken.
Schafgarben-Körperbutter
(Susanne Fischer-Rizzi)
Hilft bei rauen Händen
(Gärtnern), Schrunden, rauen Lippen und Füßen. Sie pflegt
strapazierte Haut, wirkt entzündungshemmend, heilend, hilft der
Haut Feuchtigkeit zu bewahren und macht sie wieder glatt.
Zutaten: Kakaobutter 25g,
Sheabutter 25g, ätherisches Schafgarbenöl 5 gtt, äth.
Grapefruitöl 10 gtt, 1-2 kleine leere saubere Joghurtbecher
Die Fette im Wasserbad langsam
schmelzen. Ätherische Öle zufügen, einrühren. ca. 1-2 cm hoch die
2 Joghurtbecher füllen und im Kühlschrank fest werden lassen.
Ggf. Becher aufschneiden und in eine Seifenschale legen. Nicht an
einen warmen Ort stellen, sonst wird die Butter flüssig. Die
Butter über die Haut streichen und anschließen eincremen.
Tipp von Elke: Den Fetten noch
etwas Bienenwachs hinzufügen, dann wird die Butter etwas fester.
Mythologie
/ Geschichte:
Schafgarbe gehört in das
Kräuterbüschel zu Maria Himmelfahrt und als gesunde Bitterdroge in
die Gründonnerstagssuppe.
Sie gehört zu den ältesten
Heilpflanzen- „Gesundmacher“ der Welt.
„Kraut des Achill“! Der
griechische Held Achilles (Achillea!) wurde beim Kampf um Troja
mit dem vergifteten Pfeil des Paris verwundet. Der heilkundige
Zentaur Chiron gab ihm Schafgarbe zur Heilung.
Sie ist die „Jodtinktur der
Wiesen und Felder“. Die Heilkraft wurde von dem Militärarzt
Dioskurides im 1. Jh. n. Chr. genutzt, wie auch im 2. Weltkrieg
bei vielen Verletzten.
Wurde die Schafgarbe bei
abnehmendem Mond, 8 Tage vor oder 8 Tage nach dem Margarethentag
(20. Juli) gegraben, sollte die Wurzel Glück im Spiel bringen.
Die Schafgarbe wurde auch die
„Augenbraue der Venus“ genannt, ihr junges Blatt sieht sanft,
zart, geschwungen, filigran aus, deshalb bekam sie den Namen der
Göttin der Schönheit und Liebe.
Botanischer Steckbrief:
Vorkommen:
Europa, Nordamerika, Nordasien, Südaustralien
Standort:
Wiesen, Raine, Weg- und
Ackerränder, sonnig und trocken, trockene Böden, meidet feuchte
Standorte
Pflanzenbeschreibung:
Wurzel: Kriechender Wurzelstock
mit Ausläufern und aufrecht, behaartem reich beblättertem Stängel
bis 60 cm Höhe.
Blatt: Zuerst erscheint eine
grundständige Blattrosette, die späteren Blätter des Stängels
sind 2- bis 3fach fiederschnittig, mit kurz lanzettlichen
0,5-1 mm breiten zugespitzten Abschnitten.
Blüten: In einständiger, reichköpfiger
Trugdolde mit zahlreich kleinen Blütenköpfchen aus schmutzigweißen
oder rosafarbenen Blütenscheiben.
Blütenzeit:
Mai - Oktober
Frucht: Die Fruchtknoten
entwickeln sich zu länglichen, silbergrauen bis gelblichen
Früchten.
Ernte:
zur Saftkur im Frühjahr; für Tee
und Tinktur im Hochsommer, Juni bis Ende September, zur Blütezeit
die Blüten in der vollen Mittagshitze ernten, dann ist der Gehalt
an äth. Ölen in allen Pflanzenteilen am höchsten; als Wildgemüse-
Schafgarbenblätter das ganze Jahr ernten,
Hautempfindliche Menschen sollten
beim Sammeln der Schafgarbe vorsichtig sein, in der Sonne
gepflückt kann Schafgarbe eine Hautentzündung auslösen -
Wiesendermatitis!
Vermehrung:
Wurzelstücke im Sommer
bis Herbst, Aussaat von Samen im Frühling und Herbst
Wildkräuterküche:
als Wildgemüse
Sonstiges:
TCM:
Die thermische Wirkung ist
neutral, die zugeordneten Organe sind Leber, Milz und Blase.
Schafgarbe nährt die Milz und löst Leberstagnationen. Sie trocknet
Schleim und Feuchtigkeit und bewegt das Blut. Die Gebärmutter wird
angeregt. Man verwendet sie bei Gallenblasenentzündungen, bei
Verdauungsproblemen, bei Migräne, Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen
und Gastritis.
Homöpathie:
Millefolium D1 bis D6: Einige
Tropfen mehrmals tgl. bei Krampfadern, Blutdruckproblemen und
Blutungen der inneren Organe.
Hildegard von Bingen:
Wer eine Wunde im Körperinneren
erhielt, der pulverisiere Schafgarbe und trinke jenes Pulver in
warmem Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er das
Pulver in warmem Wein, bis er geheilt ist.
Schaf-Garbe - Gesundmacher
der Schafe aber auch der Ziegen, Pferde, und Rinder, sie kauen an
diesem Kraut, wenn Sie Magen-Darm-Störungen und Blähungen haben.
Wenn man Tiere mir frischer
Schafgarbe einreibt, so dass der Saft am Fell kleben bleibt, dann
werden lästige Fliegen abgehalten.
Schulkinder haben die Schafgarbe
in die Nase eingeführt, dies hat dann manches Mal zum Nasenbluten
geführt – diesen Trick haben Sie angewandt um Schulfrei zu
bekommen.
Senf - Brassica Nicra (L.)
erstell von Monika Halter
Volksnamen:
Gartensenf, Mostrich, Mostersa
Familie:
Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
ätherisches Öl -
Sinapis Aetheroleum,
Samen - Semen sinapis nigra
Hauptinhaltsstoffe:
Hauptinhaltsstoff ist das Glukosid Sinigrin(1%). Durch das
Hinzugeben von Wasser wird das Ferment Myrosinase in Allylsenföl und
Traubenzucker gespalten (zu heißes Wasser verhindert die Aufspaltung,
daher nie über 45°C erhitzen. Weiterer Stoff ist das Isothiocynate
(auch Inhaltsstoffe von Kren, Wasabi, Rauke, Kresse und weißem Senf).
Isothioaynate sind chemisch sehr aggressive Stoffe und dienen in der
Pflanze als chemische Kampfstoffe gegen Fressfeinde. Weitere
Inhaltsstoffe sind Fettes Öl (30%) wie in allen Samen enthält
Senf größere Mengen fettes Öl, das in Indien viel zum Kochen verwendet
wird (Senföl, mustard seed oil). Glyceriden der Linol-und Linolensäuren
, Erucasäuren .
Heilwirkung und
Anwendung:
Die Samen werden zerkleinert und als Breiauflage z.B. bei
Lungen-Brustfellentzündung angewandt. Man kann auch das in der Apotheke
unter dem Namen semen sinapis pulveratum bekannte Senfmehl verwenden.
Sie wirken als Breiauflage stark durchblutungsfördernd,
sekretionsfördernd, leicht antibiotisch. Sie rufen bei der
Anwendung bewusst eine lokale Entzündung hervor, das bedeutet vermehrte
Stoffwechselaktivität wird angeregt, Stoffwechselprozesse werden
abgeleitet. Alles was ins Stocken geraten ist wird angefeuert.
Nebenwirkungen der
äußerlichen Senfanwendung:
Senfanwendungen sind mit Respekt, Vorsicht und einem Wissen über Gefahren
anzuwenden. Das Allylsenföl ist ein äußerst stark wirkendes
Hautreizmittel. Bei zu langer oder einfach bei empfindlicher, vielleicht
sogar vorgeschädigter, nicht mehr intakter Haut , oder bei einer
Überdosierung kann es zu starken Reizungen der Haut- und Schleimhaut bis
hin zu extremer Blasenbildung kommen.
Gegenanzeigen:
Bestehende Hautverletzungen nässende Wunden, entzündliche
Hauterkrankungen im Anwendungsgebiet, Menstruation, Venenprobleme,
Krampfadern, Thrombophlebitis, Unverträglichkeit gegen Senf.
Anwendung äußerlich:
Brust und Rücken
Kompressen:
Kompresse auf die
Nierengegend:
-
Einschlafhilfe bei Patienten die innerlich gereizt sind und keine Ruhe
finden
-
Angstattacken
-
zur Organanregung z.B. der Nieren - Kompresse auf die Blase
-
Ableitend bei Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen - Kompressen auf die
Waden
-
Ableitend bei übersteigerten Stoffwechselprozessen im Kopf -
Senffußbad
oder Auflagen auf die Füße
-
Kopfschmerzen mit rotem gestauten Kopf , beginnende Migräne -Fußbäder
oder Kompressen auf die Waden
Anwendung innerlich:
Durch Senfsamen werden Magen -Darmbeschwerden gebessert, die Verdauung
-und der Appetit werden angeregt.
Cave:
Reizung der Schleimhäute. Dazu kann man auch den handelsüblichen
Speisesenf verwenden.
Anwendungen in der Homöopathie:
Hier wird der Senfsamen auch innerlich und äußerlich angewendet.
Einreibungen mit Urtinktur ersetzen den Breiumschlag bei Rheuma und
Gicht. Innerlich wird Sinapis bis in die 6. Potenz gegen Heuschnupfen,
Erkältungskrankheiten, Rachenkatarrh, Heiserkeit und Schnupfen
eingesetzt
Zubereitung und
Dosierung:
100g pulverisierter Senfsamen verrührt mit lauwarmen (maximal 45° warmem
Wasser) zu einem dicken Brei verrührt, verpackt in ein Leinentüchlein,
auf die gewünschte Stelle aufgelegt .Verweildauer der Auflage 3-max10
min. je nach Hautbeschaffenheit. Nach dem Entfernen der Auflage muss die
Haut auf Rötung überprüft werden und mit einem neutralen Öl „abgelöscht“
werden .Die Auflagestelle wird in der ¼ -1/2 Std. Nachruhezeit unbedingt
durch ein Wolltuch warm gehalten werden .
Botanik :
Es werden bei uns nur kultivierte Pflanzen verwendet. Die Senfpflanze
wird bis zu 1m hoch, der sich im oberen Teil verästelt und unten leicht
behaart ist. Die gelben Blüten stehen in lockeren Doldentrauben. In den
langen Schoten befinden sich die kugelrunden dunkelbraunen Samen.
Wechselständig angeordnet sind die Stängelblätter. Blütezeit : Juni/
Juli. Der
Schwarze Senf kommt oft verwildert an Schuttplätzen und Flussufern vor.
Oft ist es eine Kulturpflanze, die zur Öl- und Gewürzgewinnung als
Futter- und Gründüngungspflanze angebaut wird. Sie ist eine vitale
Pflanze mit einem intensiven Blütenimpuls. An lichten und
sonnendurchwärmten Stellen gedeihen sie am besten. Die kleinen gelben
schwach süßlich duftenden Blüten wachsen aus den immer neuen
Seitentrieben. Am oberen Ende der langen Blütenrispen befinden sich die
unaufgeblühten Knospen wie in einem Nest zusammengedrängt, gleichzeitig
reifen unten die runden Samenkörner in den länglichen Schoten. Der
schwarze Senf ist eine große kräftige reich verzweigte Pflanze mit
dunklen leicht bläulichen Blättern. Die Blüten sind intensiv Gelb. Die
kleinen Samen sind umgeben von einer dunkelbraunen Samenschale. Beim
Zerkauen offenbaren die Samen des Schwarzen Senfes ihre feurige Kraft
und hinterlassen ein länger anhaltendes Brennen im Mund
Herkunft und
Geschichte:
Schwarzer Senf wird wahrscheinlich seit Jahrtausenden kultiviert und
stammt aus dem Mittelmeergebiet. Botanisch verschieden sind der
Schwarze Senf und Sarepta
Senf oder der rumänische Braunsenf aus Osteuropa und der Braunsenf aus
Indien. Der braune Senf weist weniger Schärfe auf, als der Schwarze .
Schwarzer Senf wird heute bei uns in Europa kaum noch angepflanzt, dies
liegt vielleicht daran, dass brauner Senf leichter maschinell geerntet
und billiger produziert werden kann als schwarzer Senf.
Etymologie:
Der deutsche Senf
ist ein Lehnwort aus dem Lat. Sinapsis bzw. aus dem Chriechischen sinapi
oder napy. Die weitere Herkunft dieses Wortes ist nicht geklärt evtl.
stammt es aus dem Ägyptischen. Verwandte in anderen Sprachen sind
Italienisch senape Schwedisch senap Jidisch zeneft Sinapi ist auch das
neutestamentarische Wort für „Senf“ das in dem berühmten Gleichnis vom
Senfkorn gebraucht wird. Die Sankrit Namen krishnaka und krishnasarshapa
stammen von einem Adjektiv krishna „schwarz“. Der botanische
Gattungsname Brassica lateinisch für „Kohl“ gehört zur selben
Gattung. Das Wort ist unbekannter Herkunft.
Echter Thymian - Thymus
vulgaris L.
erstellt von Evelin
Habicher
Volksnamen:
Immenkraut, Römischer
Quendel, Kudelkraut, Bienenkraut, Demut
Familie:
Lippenblütler (Lamiaceae)
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
blühendes Kraut
Drogenbezeichnung:
Thymi herba/folium
Hauptinhaltsstoffe:
Ätherische Öle (Thymol
20-40%, Carvacol 15%), Harze, Lippenblütlergerbstoffe, Bitterstoffe,
Flavonoide, Saponine, Kaffee- und Rosmariensäure
Wirkung:
Schleimlösend,
krampflösend, auswurffördernd, antibakteriell, keimhemmend,
durchblutungsfördernd, desodorierend, stärkend
Nebenwirkungen:
nicht bekannt
Gegenanzeigen:
bei schweren
Leberschäden oder Schilddrüsenfunktionsstörungen vor einer
Eigenbehandlung unbedingt ärztliche Rücksprache halten
Anwendung:
-
Innerlich:
(Tee, Tinktur, Sirup, Fertigpräparate, Honig)
-
Äußerlich:
(Spülung, Waschung, Bad,
feucht-heiße Wickel und Kompressen,
Kräuterkissen)
-
Akute und
chronische Erkrankungen der Luftwege – Bäder, Feucht-heiße Wickel und
Kompressen
-
Entzündungen der
Mund- und Rachenschleimhaut – Gurgeln
-
Rheumatische
Beschwerden – Einreibung, Wickel und Kompressen
-
Akne und unreine
Haut – Gesichtsdampfbäder
-
Altersjucken –
Einreibung
Zubereitung und
Dosierung:
Innerlich:
Tee (Infus)
1 TL Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen und 10
Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-4x täglich 1 Tasse trinken.
Als Magentee ungesüßt trinken, bei Husten mit Honig süßen.
Äußerlich:
Tee (Infus)
Bad – 100 g Kraut mit 2 l heißem Wasser übergießen, 10 Minuten
zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben
Wickel – 2 TL Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen,
zugedeckt ziehen lassen, abseihen und weitere 250 ml heißes Wasser
zugeben, Wicketuch darin tränken
Tagesdosis: 4-6 g Droge
Kommission E:
Symptome der Bronchitis und Keuchhusten, Katarrhe der oberen
Luftwege
Bewährte Rezepturen:
Auswurffördernder
Hustentee nach Ursel Bühring
Thymiankraut 25 g,
Hohlzahnkraut 25. g, Anisfrüchte 20 g, Bibernellewurzel 15 g,
Süßholwurzel 15 g, 1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten
bedeckt ziehen lassen. Morgens, mittags und nachmittags 1 Tasse langsam
und schluckweise trinken.
Erdkammernsirup nach Ursel Bühring
Traditionell nur mit
Spitzwegerich, aber auch mit Fichtensprossen, Huflattichblättern und
Thymiankraut gemischt möglich: Schichtweise mit frisch gesammelten, grob
zerkleinerten Kräutern und Honig abwechselnd ein Glas ganz auffüllen und
gut verschließen. Ca. 30-50 cm tief vergraben (gleichmäßige Wärme!) und
die Stelle markieren. Nach 3 Monaten ausgraben abgießen und in dunkle
kleine Fläschchen abfüllen. Kühl aufbewahrt 1 Jahr haltbar. Einnahme:
10-15-20x täglich je ¼ TL einnehmen.
Mythologie /
Geschichte:
Der Name Thymian stammt vom griechischen Wort „thymos“ und
bedeutet Mut, Kraft und Stärke. Im Mittelalter wurde Thymian für
stärkende Bäder eingesetzt bevor die Ritter in die Schlacht zogen. Die
Jungfrau Maria soll die Krippe ihres Kindes mit Thymian ausgepolstert
haben. Thymian stärkt auf natürliche Weise die Abwehrkräfte und wird
deshalb auch als „Antibiotikum der armen Leute“ bezeichnet.
Botanischer Steckbrief:
Standort:
Mittel- und Südeuropa, Nordafrika
Pflanzenbeschreibung:
Bis zu 50 cm hoher Strauch, grau- bis dunkelgrünen, spitzen schmalen
Blättchen, die am Rand eingerollt und dicht filzig behaart. Kurz gestielte
lilarosa Blütchen, in Scheinquirlen angeordnet.
Ernte:
Mai bis August
Wildkräuterküche:
Als Gewürz für fettige
Speisen und als Thymianwein.
Sonstiges:
Thymian wurde wegen seiner Wirkung auf Lunge und Bronchien
zur Heilpflanze des Jahres 2006 gekürt.
Gattungsname:
Den Gattungsnamen Citrus verdanken die
Zitronen ihrer Eigenschaft Ungeziefer und natürlich auch Motten durch
ihren intensiven Geruch zu vertreiben.
Arzneilich verwendete
Pflanzenteile:
Früchte, Blätter und Blüten
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Zitronensäure, ätherisches
Öl, Pektin, Cumarine, Limonoide, Flavonoide, Mineralstoffe
Wirkung:
Die Zitrone wirkt strukturierend,
hemmend auf Entzündungsprozesse, abschwellend, kühlend, wärmelindernd.
Die Zitrone gibt uns Formkräfte. Dies wird in der Kosmetikindustrie zur
Körperstraffung genutzt. Vorbeugung gegen Cellulite und
Bindegewebsschwäche. Durch die reichlich enthaltene ätherische Öle hat
sie eine stark wirksame antibakterielle, entzündungshemmende, weckende,
belebende Wirkung.
Nebenwirkungen:
Wenn die Zitrone äußerlich in Form einer
Auflage angewendet wird kann sie durch ihren Säuregehalt reizend wirken.
Gegenanzeigen:
Unverträglichkeit gegen Zitrone
Hautverletzungen (nicht äußerlich anwenden), nässende entzündliche
Hautveränderungen
Anwendung:
Äußerlich:
-
entzündlichen Prozessen zur Kühlung
bzw. zur Wärmeentlastung
-
Lungenentzündung, Bronchitis -
Brustwickel
-
Fieber -
Wadenwickel
-
Halsschmerzen -
Halswickel mit
Zitronenwasser
-
Kopfschmerzen - Zitronenscheiben an
die Fußsohlen
Anwendung in der
Anthroposophischen Heilkunde:
Hier ist die
Zitrone das Heilmittel bei Heuschnupfen. Da bei diesen Patienten alles
formlos am fließen ist, bringt sich die Zitrone mit ihrer
zentrifugierenden, formkraftgebenden, zusammenziehenden zum Mittelpunkt
führenden Kraft in den Heilungsprozess mit ein.
Anwendung Sonstiges:
Meist wird die Zitrone zu kulinarischen
Genüssen eingesetzt. Verbreitung findet sie als Geschmacks -und
Geruchskorrigens in vielen Lebensmitteln, zugleich aber auch zahlreichen
Reinigungsmitteln. In der Kosmetikindustrie findet die
Zitronensäure ihren Platz in der modernen Faltenbekämpfung.
Die hauptsächliche Verwendung der
Früchte dient zu Nahrungszwecken. Die Früchte werden als Obst roh
gegessen oder zu Saft verarbeitet. Das ätherische Öl wird zum Würzen und
als Duftmittel interessant I
Zubereitung und
Dosierung:
Brustwickel: 1 Zitrone auf ½
Liter Wasser. Immer unbehandelte Zitronen verwenden (Allergierisiko
steigt)
Wadenwickel: 1
Zitrone auf ¾ Liter Wasser. Zitrone für äußere Anwendungen immer unter
Wasser schneiden da die ätherischen Öle flüchtig sind .
Botanik:
Heimat : Ost – und Südostasien, Persien
Himalaja
Bei der Zitrone handelt es sich um
immergrüne Bäume oder Sträucher. Im Vergleich zu den anderen
Zitruspflanzen wächst sie schnell. Die jungen Triebe sind besetzt mit
kleinen dünnen Dornen. Die Blüten sind weiß, die rundlichen Früchte
färben sich zur Reife grün- gelb. Die Laubblätter sind länglich-oval bis
lanzettenförmig zugespitzt. Am Rand leicht gekerbt.
Sonstiges:
Der Name Zitrus geht auf das lat. Wort
citrus zurück. Allerdings werden mit diesem Begriff unterschiedliche
Pflanzen bezeichnet. Zum einen ein aromatisch duftendes Holz, dem
Zedernholz , zum anderen die Zitronatzitrone. Der Name ist also von dem
griechischen Wort kretros für Zeder auf die Zitronatzitrone übertragen
worden. Die Gemeinsamkeit beschränkt sich aber auf den Gebrauch beider
Pflanzenarten als Duftstofflieferant und Mottenmittel. Erst Ende des
14.Jhrd erfolgte die Übertragung des Wortes auf eine andere wichtiger
werdende Pflanze der Zitrone. (Citrus x limon). Carl von Linne verwendete
die Bezeichnung dann für die ganze Gattung (1753). Symbolik Je nach
Verbreitungsgebiet werden den verschiedenen Zitrusfrüchte verschiedene
Bedeutungen zugeschrieben. In China ist die Zitrone als Buddhas
Hand bekannt, da die Segmente nur an einer Seite zusammengewachsen
sind und sich an der anderen Seite fingerförmig ausbreiten. Sie wird als
Geste des Greifens, für Reichtum und für Bestechlichkeit. Die große Anzahl
der Samen steht für Fruchtbarkeit und Reichtum.
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